Mosbach. Im vergangenen Jahr noch ein Neuling, inzwischen ein arrivierter Triathlet mit dem Ziel Santiago de Chile: Der Weg von Michael Lofink ist beeindruckend. Der Sportler der Johannes-Diakonie, einst Doppelweltmeister auf dem Rad bei den Special Olympics-Weltspielen in Abu Dhabi 2019, macht sich nun auch im Triathlon auf, Erfolge auf internationaler Ebene zu feiern. Zum zweiten Mal wird der 45-Jährige von Special Olympics Deutschland als einer von nur vier deutschen Athleten zur „Special Olympics European Open Triathlon Competition 2026“ ins slowakische Samorin entsandt. Der Wettbewerb für Sportlerinnen und Sportler mit sogenannter geistiger Behinderung findet im Rahmen der renommierten „Challenge Samorin“ statt, bei der zahlreiche Triathleten aus aller Welt zusammenkommen und sich auf verschiedenen Distanzen messen.
Lofink wird sich am Pfingstwochenende nach seiner internationalen Premiere und einem guten 5. Platz im Vorjahr erneut dem sportlichen Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen stellen. Und das gezielt vorbereitet durch Einheiten mit der Schwimm-Trainingsgruppe um Trainerin Claudia Geiger und Ex-Triathlon-Profi Timo Bracht im Eberbacher Schwimmbad, durch Radrunden im Odenwald, durch Läufe unter anderem mit der inklusiven Laufgruppe der Johannes-Diakonie in Mosbach und durch Trainingseinheiten im Kraft-Werk Schwarzach. Dabei dient die „Challenge“ in Samorin nur als Zwischenstation. „Ich will dort testen, wo ich vor den Nationalen Spielen von Special Olympics im Saarland stehe“, erläutert der Athlet. „Samorin ist mein Vorwettkampf.“
Mitte Juni startet er im und am Bostalsee bei den Deutschen Meisterschaften auf der Triathlon-Sprint-Distanz mit 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer auf dem Rad und einer 5-Kilometer-Laufrunde, gemeinsam mit seinem Unified-Tandem-Partner Harald Ernst. Das Ziel dort für beide: So gut wie möglich abschneiden, um sich den Traum von einer erneuten Teilnahme an Weltspielen zu erfüllen. Santiago de Chile wird im Oktober 2027 der Austragungsort sein, dafür gilt es sich zu qualifizieren. Der Traum von einer weiteren Medaille bei Weltmeisterschaften, er lebt.
Doch zuvor wartet zum zweiten Mal das Abenteuer Samorin. Mit dem Flieger geht es für Michael Lofink zunächst alleine nach Wien, dann weiter mit dem Taxi nach Bratislava, dann Treffen mit der deutschen Delegation und schließlich Start im kalten Kanal von Samorin. „Im vergangenen Jahr hatte das Wasser eine Temperatur von 13 Grad“, erzählt Lofink. „Das war nicht spaßig.“ Doch die Erfahrungen der Vorjahrespremiere sind wertvoll. „Ich weiß besser, wie ich mich im Wasser verhalten muss, ich weiß, wie ich meinen Platz in der Wechselzone optimal einrichten kann“, erzählt er weiter. Nicht nur in Samorin hat Lofink zwischenzeitlich Triathlon-Erfahrung gesammelt, auch im südhessischen Lorsch hat er bereits sportliche Dreikämpfe absolviert und sich dort zuletzt zusammen mit Harald Ernst als inklusives Team für die Nationalen Spiele qualifiziert.
Am Ende zählt aber nicht nur das Sportliche in der Slowakei. Michael Lofink, der seit Jahren auch das Amt des Athletensprechers bei Special Olympics Baden-Württemberg ausfüllt, freut sich auch auf die Begegnung mit anderen Sportlern. „Das Miteinander der Athleten aus verschiedenen Ländern ist immer toll, das ist immer ein Highlight.“ Und mögliche sprachliche Barrieren? „Kein Problem“, lacht Lofink abschließend. „Wir Sportler verstehen uns, notfalls mit Hilfe von Händen und Füßen.“



