Vom Landtag in den quirligen Alltag eines Wohnangebots

„On-Care-Tour“: Hermino Katzenstein machte Station bei der Johannes-Diakonie in Meckesheim

Meckesheim. Bei seiner „On Care-Tour“ hat Hermino Katzenstein bei der Johannes-Diakonie in Meckesheim Station gemacht. Nach einem Austausch mit dem Leitungsteam und vielen Informationen zum Wohnangebot ging es für den Landtagsabgeordneten als Hospitant hinein in den quirligen Alltag der angegliederten Tagesförderstätte. Nach Besuchen in einer inklusiven Kindertagesstätte und bei einem Pflegedienst stand bei der Johannes-Diakonie die Begleitung von Menschen mit Behinderung im Fokus. Die Regionalleiterin der Johannes-Diakonie, Yvonne Jelinek, begrüßte den Gast und dankte für sein Interesse. Es sei wichtig, die Anliegen und Bedürfnisse von Menschen mit intensivem Assistenzbedarf gerade angesichts von Spardiskussionen auf politischer Seite aktiv zum Thema zu machen.

Das 2019 bezogene Wohnangebot der Johannes-Diakonie in der Industriestraße bietet ein Zuhause für Menschen, die eine kognitive Beeinträchtigung und zusätzlichen sozial-emotionalen Unterstützungsbedarf haben. Beschäftigung und einen strukturierten Tagesablauf ermöglicht die Tagesförderstätte, die in einem benachbarten Gebäude untergebracht ist. „Autismus, Bindungsschwierigkeiten oder aggressive Tendenzen verlangen eine gute und individuelle Begleitung im Alltag“, erklärte Einrichtungsleiter Daniel Hammer bei Katzensteins Besuch. „Wir passen uns den Menschen an, die bei uns leben, nicht umgekehrt.“

Tatsächlich arbeitet das Johannes-Diakonie-Team kreativ mit den zur Verfügung stehenden Räumen, um den Bedürfnissen jedes und jeder Einzelnen gerecht zu werden. Da wird schon einmal ein Umkleideraum zu einem Einzelarbeitsplatz umgewidmet, wenn ein Klient aufgrund seines Autismus Ruhe benötigt. Diese individuelle Begleitung verlange auch vom Personal viel, betonte Hammer. „Wir haben hier zum Glück gut qualifizierte Mitarbeitende, die unsere Klientinnen und Klienten so annehmen, wie sie sind.“

Wie der Alltag im Wohnangebot für Mitarbeitende wie auch Bewohnerschaft aussieht, konnte Hermino Katzenstein anschließend hautnah erfahren. Bei seiner Hospitation in Wohnbereich und Tagesförderstätte zeigten ihm Klienten ihre Arbeitsplätze. Auch gemeinsames Lesen und Bewegungsspiele im Garten des Wohnhauses standen auf dem Programm. Am Ende bedankte sich der Abgeordnete für den intensiven Einblick und sprach dem Johannes-Diakonie-Team seine Anerkennung aus: „Menschen mit Behinderung so zu begleiten, wie Sie es tun, ist eine große Herausforderung. Respekt für diese Arbeit!“

Der Landtagsabgeordnete Hermino Katzenstein steht mit Führungskräften der Johannes-Diakonie vor deren Tagesförderstätte in Meckesheim.
Bei der Johannes-Diakonie in Meckesheim informierte sich Hermino Katzenstein (l.) beim Leitungsteam unter anderem über die Arbeit der Tagesförderstätte für Menschen mit Behinderung.