Viele Möglichkeiten, sich auszuprobieren
Mosbach. Ein freundlicher, hell erleuchteter Raum mit Arbeitsplätzen zum Feilen, Sägen, Zeichnen, kurz: alles da, um verschiedene Tätigkeiten auszuprobieren. An seinem Standort in Mosbach hat das Berufsbildungswerk (BBW) Mosbach-Heidelberg ein Berufliches Orientierungszentrum eingerichtet. Dort finden junge Menschen am Übergang von Schule und Ausbildung beste Bedingungen, um zu prüfen, was ihnen Spaß macht, und sich schließlich für eine Ausbildung zu entscheiden. Das BBW macht Ausbildungsangebote für junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf in rund 30 Berufen.
Im Rahmen eines Zukunftsdialogs mit Vertretern und Vertreterinnen von IHK, Agentur für Arbeit, Schulen und weiteren Fachleuten wurde das Berufliche Orientierungszentrum nun auch offiziell eingeweiht. „Unser Ziel ist, Übergänge und Lernen für die uns anvertrauten Menschen zu verbessern“, erklärte die Leiterin des Geschäftsbereichs „Jugend und Bildung“ in der Johannes-Diakonie, Dr. Leona Sprotte-Huber, zur Eröffnung des Orientierungszentrums, das anstelle früherer medizinischer Behandlungsräume entstanden ist. Dort wurden zusätzliche Wände eingezogen, die Beleuchtung sowie die Böden erneuert, um eine gute Raumaufteilung und -atmosphäre zu erzeugen.
Details der Konzeption veranschaulichte die Leiterin des Zentralen Dienstes und der beruflichen Vorförderung im BBW, Denise Streckert, vor Ort. „Unser Ziel war, mehr Individualität in die Berufsvorbereitung zu bringen“, erklärt sie. Dementsprechend variabel ließen sich die ebenerdig zugänglichen Räume im BBW-Hauptgebäude am Standort Mosbach nutzen. Dort kann einzeln oder in Gruppen gearbeitet werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich bei Bedarf im Ruheraum zu entspannen. Auf Wunsch steht für stilles Arbeiten in reizarmer Umgebung eine sogenannte „Mutebox“ zur Verfügung, eine schallgedämmte Kabine mit Stuhl und Arbeitsfläche.
Viktoria Keller, die mit weiteren Kolleginnen viele der Jugendlichen im Orientierungszentrum betreut, ist begeistert, wie individuell Begleitung hier möglich ist: „Es geht darum eine persönlich passende Berufswahl zu treffen. Dafür braucht es Platz und Material, um sich auszuprobieren, und es braucht Raum für Gespräche.“ Praktisch sei auch, dass Mitarbeitendenbüros und Besprechungsraum gleich nebenan liegen, während diese vorher an unterschiedlichen Stellen im BBW-Gebäude verortet waren.
Lenya Geikler und Kyra Jesse gehörten zu den ersten Teilnehmerinnen, die das neue Orientierungszentrum für sich genutzt haben. „Hier konnte ich auch mal alleine sein und für mich arbeiten“, berichtet Lenya Geikler. „Das war sehr gut.“ Nach mehreren Anläufen bei anderen Ausbildungsstellen hat sie im Orientierungszentrum ihren Wunschberuf gefunden. Sie startet am BBW Ende August in eine Ausbildung im Zierpflanzenbau.
