„So viel zu bewegen, ist bemerkenswert“
Mosbach. Diese Stundenplan-Änderung macht Freude: Anstelle eine Englisch-Stunde zu absolvieren, durfte Elaine Haas im Nicolaus-Kistner-Gymnasium (NKG) den Johannes-Diakonie-Sozialpreis entgegennehmen. Die Zehntklässlerin aus Mosbach-Lohrbach erhielt eine Urkunde, einen Buchpreis und 100 Euro aus den Händen von Johannes-Diakonie-Vorstand Dr. Martin Holler. Den Sozialpreis erhalten jedes Jahr NKG-Schülerinnen und -Schüler, die sich in besonderer Weise für andere Menschen einsetzen. Auch an der Helene-Weber-Schule und am Burghardt-Gymnasium (beide in Buchen) lobt die Johannes-Diakonie Sozialpreise aus.
Die fünfköpfige Jury am NKG hatte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. „Wir hatten einige gute Bewerbungen“, erzählt NKG-Schulleiter Jochen Herkert. „Aber die von Elaine Haas hat uns besonders gefallen.“ Die 16-Jährige engagiert sich seit Jahren auf vielfältige Weise. „Besonders am Herzen“ liege ihr die sogenannte „Shettystunde“, bei der sie Kindern beim Reit- und Fahrverein Robern e. V. Reitstunden auf Shetlandponys gibt. Doch auch darüber hinaus ist Elaine Haas vielfach aktiv: Sie organisiert viel in Jungschar und CVJM, unterstützt dort unter anderem die Orangenaktion, bei der Früchte zu Gunsten von Kindern in Kenia verkauft werden. Darüber hinaus hilft sie bei Ferienfreizeiten und Themennachmittagen auf dem Heinrich Hof, ist Babysitterin, Konfi-Teamerin in der Kirchengemeinde Lohrbach und Mitglied im NABU.
Für die Schulgemeinschaft des NKG setzt Elaine Haas sich ebenfalls tatkräftig ein. So ist sie für die Theater-AG eine „feste Bank“, wie AG-Leiter und Schulsozialarbeiter Manuel Zin betont, der auch Mitglied der Sozialpreis-Jury ist. Außerdem ist die Schülerin als Streitschlichterin im Einsatz, war über die Schule bei der letztjährigen Aktion „Mitmachen Ehrensache“ aktiv und ist Mitglied der Schülermitverantwortung sowie Patin für Fünftklässler. Bei all ihren Engagements behält sie trotzdem ihr Lernpensum im Blick. „Das ist schließlich mein Hauptberuf“, sagt die angehende Abiturientin. Allenfalls müsse sie mal die eine oder andere Nachtschicht einlegen.
„Du tust unserer Schulgemeinschaft gut“, sagte Jochen Herkert bei der Preisübergabe. Schule könne nur Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement schaffen, die Initiative dazu müsse von den Jugendlichen ausgehen, so wie bei Elaine Haas, betonte er.
Dr. Martin Holler zeigte sich beeindruckt vom Umfang dieses ehrenamtlichen Engagements: „So viel in jungen Jahren zu bewegen, ist bemerkenswert. Sie sind eine sehr verdiente Preisträgerin“, sagte er zu Elaine Haas gewandt. Zugleich machte er deutlich, wie wichtig Menschen wie Elaine Haas für die Gesellschaft seien: „Wir brauchen Menschen, die aufmerksam sind, Verantwortung übernehmen und dort helfen, wo Unterstützung gebraucht wird. Ihr Engagement entlastet andere und schenkt Freude.“ Wichtig sei aber auch bei allem Einsatz nicht sich selbst aus dem Blick zu verlieren.
Die Ehrenamtskoordinatorin der Johannes-Diakonie, Tanja Bauer lobte insbesondere die authentische Bewerbung der Preisträgerin: „Sie hat ihr Engagement lebendig beschrieben. Man spürt, dass sie mit Herzblut dabei ist.“
