Hausgemeinschaft in Karlsruhe zeigt Flagge

Mitarbeitende, Klienten und Klientinnen der Johannes-Diakonie beteiligen sich an Protestaktion

Karlsruhe. Geplante Einsparungen bei sozialen Leistungen bewegen derzeit viele. Auch die Menschen im Karlsruher Wohnangebot der Johannes-Diakonie befürchten Kürzungen, die für sie weniger Assistenz und damit weniger Teilhabe bedeuten könnten. Mit einer eindrucksvollen Protestaktion zeigten sie im wahrsten Sinne des Wortes Flagge: Ein Banner am Wohnangebot im Stadtteil Mühlburg wies dieser Tage auf die Kampagne „nichtamMenschensparen“ hin, die sich gegen Kürzungen bei sozialen Leistungen wendet und stattdessen für Bürokratieabbau eintritt. Hinter der Kampagne steht ein Bündnis von mehr als 70 sozialen Einrichtungen und Verbänden in Baden-Württemberg, darunter auch die Johannes-Diakonie.

Deren Wohnangebot in der Karlsruher Feldstraße wurde 2018 eröffnet und bietet Platz für bis zu 22 Bewohner und Bewohnerinnen. Im Erdgeschoss des Gebäudes befindet sich eine Tagesförderstätte mit zwölf Plätzen. Der zuständige Bereichsleiter der Johannes-Diakonie, Shaher Berdiyev, freut sich, dass sowohl Mitarbeitende als auch Bewohnerschaft sich mit einer Fotoaktion am Protest beteiligt haben: „Wir haben als Hausgemeinschaft beschlossen, die Kampagne und ihre Inhalte auch bei uns in Karlsruhe sichtbar zu machen, um möglichst viele Menschen außerhalb der Johannes-Diakonie zu erreichen.“

Was den Menschen im Karlsruher Wohnangebot im Kleinen gelungen ist –¬ Aufmerksamkeit für drohende Teilhabeeinschränkungen zu schaffen –, daran arbeitet das Kampagnenbündnis im großen Maßstab. Veranstaltungen und Aktionen in sozialen Medien waren bereits erfolgreich. Eine Petition an den baden-württembergischen Landtag haben bereits über 14000 Personen unterzeichnet. Wichtig ist den Initiatoren zu betonen, dass es bei der Kampagne nicht nur um Protest geht, sondern darum, im Dialog mit Land und den Kommunen den Bürokratieabbau im sozialen Bereich voranzubringen.

Das Kampagnenbündnis freut sich auch weiter über zusätzliche Unterstützung, um der Politik ein deutliches Signal zu geben. Aktionen wie die der Johannes-Diakonie in Karlsruhe sollen dazu beitragen.

Weitere Informationen zur Kampagne „nichtamMenschensparen“ und den Link zur Online-Petition gibt es unter der Webadresse www.nichtammenschensparen.de.

Bewohner, Bewohnerinnen und Mitarbeitende sitzen und knien vor einem Protestbanner.
Mit einem Banner und roten Kreuzen zeigten Bewohner, Bewohnerinnen und Mitarbeitende der Johannes-Diakonie ihren Protest gegen drohende Kürzungen bei sozialen Leistungen.