Der Dirigent verlässt das Johannes-Diakonie-Orchester
Mosbach. Ein Kapitel geht zu Ende. Und eine neue Seite wird aufgeschlagen, sowohl in der Geschichte der Johannes-Diakonie wie auch im Leben des (bald ehemaligen) Vorstandsvorsitzenden der Johannes-Diakonie, Martin Adel. Dessen Abschied nach acht Jahren an der Unternehmensspitze markierte eine gut dreistündige Feier am Standort Mosbach. Zum Auftakt in der Johanneskirche konnte sich der Vorstandsvorsitzende über ein mit vielen Gästen gut gefülltes Gotteshaus freuen, darunter auch Adels Nachfolger als Vorstandsvorsitzender, Tobias Albrecht.
Zum Auftakt des Gottesdienstes bat Pfarrerin Heike Bährle für Adels Übergang vom „Vorstand zum Ruhestand“ um Gottes Segen. Singkreis und Orffgruppe sowie Bläser- und Paukenensemble gaben die passenden Klänge zum Gottesdienst und zugleich die Vorlage für ein Sinnbild von Oberkirchenrätin Sabine Jung. Diese bemühte vor der feierlichen Entpflichtung passend zu Adels Leidenschaft für klassische Musik das Bild des Dirigenten, der die vielen unterschiedlichen Bereiche und Professionen im Unternehmen wie in einem Orchester zu einem harmonischen Ganzen zusammengebunden und vorwärts geleitet habe. „Entpflichtung heißt, Verantwortung zurückgeben“, sagte Jung. „Doch vieles von dem, was Sie in die Johannes-Diakonie eingebracht haben, bleibt.“
Was folgte? Ein gemeinsamer Zug der Festgäste von der Johanneskirche zum Kultur- und Begegnungszentrum fideljo. Dazu gab es Klänge des Ensembles „The Sixteens“, zunächst aus der fahrbaren Box, später live vorgetragen von den Ensemblemitgliedern Jörg Seibold und Martin Sauer. Die Feier im fideljo-Eventbereich eröffnete Vorstand Dr. Martin Holler mit einem Rückblick auf Adels Arbeit. Dem vermeintlichen Zahlenmensch mit dem Blick fürs Detail sei immer auch das Menschliche wichtig gewesen. Und er habe viele für die Johannes-Diakonie wichtige Projekte entscheidend vorangebracht. Die Gewinnung internationaler Fachkräfte sowie die Digitalisierung nannte Holler als Beispiele. Und die Würdigung des ehemaligen Vorstandskollegen endete mit diesem Last-but-not least-Schmunzler: Er, Adel, habe letztlich Hollers Abimotto nachträglich Sinn gegeben: „Westminster Abi – jetzt geht der Adel“.
Der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Michael Jann, beschrieb Martin Adel als „richtigen Mann zur richtigen Zeit“, der die Johannes-Diakonie durch Corona-Pandemie, Energiekrise und andere Herausforderungen geführt habe. Trotz der krisenhaften Zeiten habe dieser prägende Entwicklungen wie Bundesteilhabegesetz und Regionalisierung weiter gestaltet, betonten Jann wie auch der nächste Grußwort-Redner, Landrat Dr. Achim Brötel. Die großen Zentralstandorte weiterentwickeln, dem demografischen Wandel auf dem Arbeitsmarkt begegnen, so lauteten seine Schlagkichter auf Adels Wirken. Wer sich bei all diesen Krisen-Rückblicken unbehaglich auf dem Stuhl wand, wurde von Dr. Miriam Wolf ermutigt. Die Vorständin des „Verbands für Digitalisierung in der Sozialwirtschaft“ blickte in einem Gastvortrag darauf, wie „Zukünfte“ gestaltet werden können. Namhafte Vertreter und Vertreterinnen der Eingliederungshilfe steuerten ermutigende Visionen bei.
Bevor es unter Kaffeehaus-Klängen ans Buffet ging, gehörte das Schlusswort am Rednerpult Martin Adel selbst. Um im Bild des Dirigenten zu bleiben: Er gab der Johannes-Diakonie einen Dreiklang mit auf den weiteren Weg. Für Teilhabe eintreten, internationale Zusammenarbeit und Weltoffenheit pflegen und für Bürokratie-Abbau zu Gunsten der Arbeit am Menschen eintreten. Und Adel schloss mit viel Dank und einer Bitte: „Ich habe in den vergangenen acht Jahren Unterstützung von vielen Seiten erfahren. Geben Sie diese Unterstützung an meinen Nachfolger Tobias Albrecht und seinen Vorstandskollegen Dr. Martin Holler weiter!“
