„Bildung ist ein gemeinschaftlicher Prozess“
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Mosbach. Mit einer feierlichen Veranstaltung in einer bis zum letzten Platz gefüllten Johanneskirche hat das Berufsbildungswerk (BBW) Mosbach-Heidelberg 60 Absolventinnen und Absolventen verabschiedet. Gemeinsam mit ihren Familien, Freunden sowie zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft feierten sie den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung am BBW und nahmen ihre Zeugnisse entgegen. Das BBW gehört zur Johannes-Diakonie und bietet über 30 Ausbildungsberufe für junge Menschen mit zusätzlichem Unterstützungsbedarf.
Für den musikalischen Auftakt sorgte Solistin Alison Zick (Gitarre und Gesang). Mit dem Lied „Ein Hoch auf uns“ stimmte sie die Gäste ein auf die Feierstunde unter Moderation der stellvertretenden Geschäftsbereichsleiterin Alica Nenninger. Der Vorstand der Johannes-Diakonie, Dr. Martin Holler, begrüßte die Absolventinnen und Absolventen sowie ihre Angehörigen und die Ehrengäste. „Es ist mir eine besondere Ehre, heute hier dabei sein zu dürfen“, sagte er und würdigte den Erfolg der jungen Menschen, die mit ihrem Abschluss einen wichtigen Meilenstein erreicht haben.
Eine besondere Andacht gestaltete Pfarrer Richard Lallathin, der sich mit der Feier zugleich als Lehrkraft vom BBW in den Ruhestand verabschiedete. In seinem Rückblick spannte er den Bogen von den Reformen der 1970er-Jahre bis zur Gründung des Berufsbildungswerks 1977/78. Er erinnerte an den Einsatz des damaligen Initiators Kurt Rother und betonte mit dessen Worten, dass berufliche Förderung und gesellschaftliche Teilhabe keine Sozialkosten seien, sondern sich „wirtschaftlich und menschlich immer rentieren“.
< Die Bedeutung von Nachwuchs-Fachkräften hoben auch die Grußwortredner hervor. Dr. Björn-Christian Kleih, Erster Landesbeamter des Neckar-Odenwald-Kreises, machte deutlich: „Unsere Wirtschaft im Neckar-Odenwald-Kreis braucht junge, gut ausgebildete Menschen wie Sie.“ Christine Haller, Bereichsleiterin Berufseinstieg und Rehabilitation der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, dankte besonders den Familien und Angehörigen für ihre Unterstützung. Den Absolventinnen und Absolventen gab sie mit auf den Weg: „Sie haben praktische Fähigkeiten erlernt, die Ihnen helfen werden, berufliche Herausforderungen zu meistern. Jetzt können Sie zeigen, was in Ihnen steckt.“
Auch Klaus Hofmann, Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, gratulierte: „Wir brauchen jeden, der qualifiziert ist, in unserer Arbeitswelt“, betonte er und verwies zugleich auf die gesellschaftliche Bedeutung handwerklicher Berufe: „Reparieren und Sanieren ist ein Inbegriff von Nachhaltigkeit.“ Mansur Müller-Brockhausen, Geschäftsbereichsleiter Ausbildung der IHK Rhein-Neckar, würdigte das Durchhaltevermögen der jungen Menschen: „Diese Ausbildung ist Ihr Ticket in die Berufswelt.“ Gleichzeitig ermutigte er sie, künftig auch andere Auszubildende auf ihrem Weg zu unterstützen.
Besonders persönliche Worte fand die Teilnehmendenvertretung um Matthias Ohmer, Marco Müller und Antonia Schmitt. Die drei erinnerten an Höhen und Tiefen der Ausbildung, an Erfolge, an Erschöpfung und Selbstzweifel, aber auch daran, dass Unterstützung anzunehmen kein Zeichen von Schwäche sei. Ein Dank ging an Familien, Freunde und BBW-Mitarbeitende für ihre Begleitung und hoben hervor, dass sie weit mehr als ein Zeugnis mitnehmen würden – nämlich Erfahrungen, Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung, wie Antonia Schmitt erklärte. „Wir sind einen wichtigen Teil unseres Lebensweges gemeinsam gegangen.“
Zum Abschluss des offiziellen Programms sorgte Alison Zick mit dem Lied „Applaus, Applaus“ noch einmal für musikalische Akzente. Das Schlusswort sprach die Geschäftsbereichsleiterin „Jugend und Bildung“ der Johannes-Diakonie, Dr. Leona Sprotte-Huber. Sie erinnerte daran, dass der Weg zum Abschluss nicht immer einfach gewesen sei. „Vielleicht haben Sie sich gefragt: Schaffe ich das alles? Neugier allein reicht nicht. Es braucht auch Motivation und Unterstützung“, sagte sie. Der erreichte Abschluss sei der Beweis dafür, dass die Absolventinnen und Absolventen ihren eigenen Weg gehen könnten. Zugleich ermutigte sie dazu, künftig offen für neue Herausforderungen zu bleiben. Ihren Dank richtete sie an alle Menschen, die die jungen Erwachsenen begleitet hätten. Denn: „Bildung ist immer ein gemeinschaftlicher Prozess.“
