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BBW-Außenstelle Heidelberg hat ihren Betrieb aufgenommen

In eine neue Phase der beruflichen Rehabilitation junger Menschen ist das Berufsbildungswerk Mosbach (BBW) eingetreten. Dies erklärt BBW-Leiter Albert Stelzle anlässlich der Einweihung der neuen Heidelberger Außenstelle am 14. Oktober.

Schlüsselübergabe in Heidelberg-Rohrbach
Hausherr Prof. Reinhard Walter (li.) überreichte den symbolischen Schlüssel an Projektleiter Thorsten Kaiser, BBW-Leiter Albert Stelzle und Ausbilder Franz Stiller.

Mit dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 ist auch für die Berufsbildungswerke eine neue Situation gegeben. Deutschland verpflichtete sich, ein inklusives Bildungs- und damit auch ein inklusives Berufsbildungssystem zu schaffen.
Das Paradigma der Inklusion stellt für die Spezial-bzw.Sondereinrichtungen der beruflichen Rehabilitation, wie die Berufsbildungswerke, wie auch für das Regelausbildungssystem eine neue Herausforderung dar. "Diese Herausforderung wollen wir mit unserer Ausbildungsstätte und unserem Internat in Heidelberg annehmen", so Stelzle. Inklusion, Betriebsnähe und Individualität bildeten neben dem klassischen Rehabilitationsauftrag die inhaltlichen Schwerpunkte am Standort Heidelberg.

Berufliche Reha lohnt sich
Das Fundament hierzu ist mit dem Ausbildungsgang Lagerwirtschaft geschaffen. 31 Jugendliche erhalten hier auf ca. 900 Quadratmetern eine qualifizierte Ausbildung als Fachlagerist/in bzw. Fachkraft für Lagerlogistik. Einsätze in den Betrieben der Region ergänzen die Ausbildung und verschaffen zusätzlich Erfahrungen in der Arbeitswelt, wodurch der Übergang ins Beschäftigungssystem gelingt. „Rund 70 Prozent unserer Absolventinnen und Absolventen nehmen nach der Ausbildung ein Arbeitsverhältnis auf“, berichtete Stelzle nicht ohne Stolz. Berufliche Rehabilitation junger Menschen lohne sich also, wie auch eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft wissenschaftlich belege.

Stelzle dankte allen Beteiligten dafür, am Standort Heidelberg etwas Neues wagen zu dürfen, nicht zuletzt den Eltern und den Jugendlichen, dass sie einem Umzug von Mosbach nach Heidelberg zugestimmt haben. "Die Rückmeldungen von den Eltern und den Auszubildenden zeigen, dass wir ihnen in Heidelberg eine gute neue Heimat bieten", freute er sich. Ganz besonders dankte er auch den Mitarbeitenden, die nun die Heidelberger Dependance mit Leben erfüllten.

Horst Oelschläger, Agentur für Arbeit Heidelberg
Glückwünsche von Horst Oelschläger, Agentur für Arbeit Heidelberg
Pfarrer Richard Lallathin und Franz Stiller
Pfarrer Richard Lallathin überreicht den Segen an Franz Stiller.

"All denen, die hier eine Riesenchance erhalten", wünschte Horst Oelschläger, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Heidelberg, hierfür alles Gute. Die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt sei nicht schlecht, machte er Ihnen Mut. Michaela Link, Ausbildungsberaterin bei der IHK, freute sich auf die Fortsetzung der bewährten Zusammenarbeit am Standort Mosbach und zollte der guten Übergangsquote des BBW ihren Respekt.
"So normal wie möglich, so speziell wie unbedingt nötig" – das BBW habe sich auf den Weg gemacht, diesen Grundsatz umzusetzen, sagte Dr. Hanns-Lothar Förschler, Vorstandsvorsitzender der Johannes-Diakonie, und ließ durchblicken, dass die Lagerwirtschaft nicht der letzte ausgelagerte Ausbildungszweig sei.

Heute wie bei der Gründung der Johannes-Diakonie vor 131 Jahre gehe es darum, Menschen mit Behinderung etwas Gutes zu tun und ihnen unter anderem Bildung zukommen zu lassen, betonte Pfarrer Richard Lallathin.
Was das de facto bedeute, habe niemand besser als eine Auszubildende am BBW Mosbach ausgedrückt. Sie ergänzte den Satz "Lieber Gott, ich danke Dir für die Zeit im BBW, …" folgendermaßen: "… weil ich in der freien Natur keine Chance auf eine Lehrstelle bekommen hätte."


Christof Mölkner
Tel.: 06261 / 88-470
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